Refugees welcome? | Nachgedacht
Ganz egal was man macht, ob man die Zeitung aufschlägt, durch diverse TV-Programme zappt oder den Radio anstellt, überall das gleiche Thema: FLÜCHTLINGE und ASYLBEWERBER.
Zu abertausende erreichen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern Deutschland, sei es auf der Flucht vor einem grausamen Krieg, politischer, religiöser unter andersartiger Verfolgung oder einfach auf der Suche nach einem besseren Leben.
Doch mit der Ankunft dieser Menschen, werden unterschiedlichste Stimmen laut, in den sozialen Netzwerken explodieren die Diskussionen, welche meist in wüsten Beschimpfungen, die nichts mehr mit Sachlichkeit zu tun haben, ausarten.
Und da mich dieses Thema auch beschäftigt und man um auf Teufel komm raus, nicht mehr daran vorbei kommt, möchte ich meinen Senf dazu geben und unter anderem auch Aussagen kommentieren, sowie sie kritisch hinterfragen und analysieren.
Mir ist durchaus bewusst, dass dieses Thema schon gefühlte zehn Millionen Mal durchgekaut worden ist, dennoch sollte man sich meiner Meinung nach mit dem aktuellen Geschehen auseinandersetzen und sich dazu auch, natürlich in angemessen Ton, äußern.
Wen ich manche Kommentare auf Facebook lesen, kann ich einfach nur noch den Kopf schütteln. Asylbewerber bzw. Flüchtlinge werden hier wüste beschimpft, sei es als »widerwärtiges Pack«, »Kanacken«, »Schmarotzer«. Und das sind noch die harmlosen Bezeichnungen, die alles andere als angemessen sind.
An all diejenigen die oben genannten Begriffe schreiben: was haben euch diese Menschen bitte getan, dass sie so genannt werden?! Unter anderem werden Ausländer als Vergewaltiger abgestempelt, nach dem Motto: alle Ausländer sind böse kriminell, ungebildet, vergewaltigen, zerstören und wollen unsere Kultur zum Fall bringen.
Nun aber was ich dazu denke: natürlich sind unter diesen vielen Menschen schwarze Schafe dabei aber mal ganze ehrlich: diese findet man auch unter Deutschen.
Außerdem haben viele Flüchtlinge/Asylbewerber studiert oder eine Ausbildung absolviert, können aber aufgrund der Nicht-Anerkennung ihres Bildungsabschlusses und mangelnder Deutschkenntnisse hier wenig damit anfangen. Und was die Kultur betrifft: aufgrund der Globalisierung vermischen sich die Kulturen schon und ich glaube nicht, dass man extra in ein Land kommt, um dann die dortige Kultur zu zerstören. Ich kenne viele Menschen mit Migrationshintergrund, die sich gut integriert haben und dennoch ihre Traditionen weiterleben, ohne die einheimischen zu untergraben. Die Stichworte, die hier viel zu wenig fallen, sind Toleranz und Akzeptanz.
Weitere Punkte die oft genannt werden sind:
»Die sind doch gar nicht so arm, die haben doch alle ein Handy«
»Die Scheiß- Ausländer nehmen uns die Arbeit weg«
»Die ziehen uns alle das Geld aus der Tasche«
»Wir haben hier so viele Obdachlose, da kümmert sich niemand drum!«
1. Die meisten Kriegsflüchtlinge hatten ein ganz normales Leben, bevor der Krieg ausgebrochen ist und sie gezwungen waren zu fliehen (Verfolgte mit eingeschlossen): sprich Familie, Haus, Auto, Job. Und eben auch ein Handy. Um in Kontakt zu bleiben erweist sich dieses natürlich als äußerst hilfreich zudem passte es aufgrund der Größe in jede Hosentasche.
2. Geht nicht. Asylbewerber haben keine Arbeitsgenehmigung. Und selbst wenn sie es könnten, dann wäre es doch ziemlich peinlich für diejenigen die dann ihre Arbeit verlieren, da die Asylbewerber nicht einmal die Sprache hier beherrschen.
3. Wenn untätige Harzt4 Empfänger nur auf der Couch rumgammeln à la »Mitten im Leben« beschwert sich niemand, doch sobald jemand Bedürftiges das Nötigste bekommt um die Grundbedürfnisse zu decken, wird sofort wieder von Schmarotzern gesprochen.
4. Und plötzlich fällt das einem auf?! Es gab schon vor den Flüchtlingen Obdachlose und auf einmal werden diese als »Totschlagargument« angeführt. Ja, stimmt, dass es in Deutschland leider viele Obdachlose gibt, denen man auch auf jeden Fall helfen sollte, doch anstatt sich zu beschweren, dass niemand was für diese Menschen tut, sollte man sich vielleicht engagieren, bevor man den Mund aufmacht und sich lauthals darüber beschwert, dass diese Gruppe außer Acht gelassen wird.
2. Geht nicht. Asylbewerber haben keine Arbeitsgenehmigung. Und selbst wenn sie es könnten, dann wäre es doch ziemlich peinlich für diejenigen die dann ihre Arbeit verlieren, da die Asylbewerber nicht einmal die Sprache hier beherrschen.
3. Wenn untätige Harzt4 Empfänger nur auf der Couch rumgammeln à la »Mitten im Leben« beschwert sich niemand, doch sobald jemand Bedürftiges das Nötigste bekommt um die Grundbedürfnisse zu decken, wird sofort wieder von Schmarotzern gesprochen.
4. Und plötzlich fällt das einem auf?! Es gab schon vor den Flüchtlingen Obdachlose und auf einmal werden diese als »Totschlagargument« angeführt. Ja, stimmt, dass es in Deutschland leider viele Obdachlose gibt, denen man auch auf jeden Fall helfen sollte, doch anstatt sich zu beschweren, dass niemand was für diese Menschen tut, sollte man sich vielleicht engagieren, bevor man den Mund aufmacht und sich lauthals darüber beschwert, dass diese Gruppe außer Acht gelassen wird.
Ebenfalls gibt es noch »Die besorgten Bürger«, »Gutmenschen« und »Ich bin ja kein Rassist, aber...«. Darauf möchte ich, wenn überhaupt, nur kurz eingehen, denn sonst sprengt dieser Post den Rahmen.
Ich kann durchaus verstehen, dass die aktuelle Situation vielen Menschen Angst und Sorge bereitet, da wir noch nie mit so etwas- hiermit meine ich die Flüchtlingsströme, zumindest nicht in diesem Maße- konfrontiert worden sind. Im Allgemeinen ist es ja so, dass der Mensch sich Veränderungen in seinem Umfeld gegenüber unwohl fühlt oder sich abnehmend verhält. Menschen sind nun mal Gewohnheitstiere.
Um ehrlich zu sein, finde ich die Situation auch beunruhigend, einfach, weil ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll, dass sich momentan in unserem Land so viel verändert, dennoch käme ich nie auf die Idee andere Menschen zu beschimpfen, Unterkünfte anzuzünden oder gegen Ausländer zu hetzen- NEIN! In meinem Alltag fühle ich mich durch Asylbewerber/Flüchtlinge nicht beeinträchtigt oder Sonstiges.
Was ich auch oft höre von Menschen die sich offen darüber beschweren sind folgende Sätze: »Man darf ja gar nichts mehr sagen, sonst wird man gleich als Nazi abgestempelt«.
Meiner Meinung nach kommt es immer darauf an WIE man etwas sagt, also der Tonfall und WIE man argumentiert. Man darf sich durchaus kritisch zu diesem Thema äußern, denn glücklicherweise gibt es hier in Deutschland die Meinungsfreiheit, jedoch gibt es einen wahnsinnig großen Unterschied zwischen falschen Fakten und Beschimpfungen und fundamentierter Argumentation und konstruktiver Kritik.
Mit Sicherheit hat nicht alles an der Asylpolitik und was sonst noch alles so passiert, seine Richtigkeit, jedoch kann man mit sachlichen Worten mehr erreichen als mit stumpfsinnigen Beschwerden.
Mir ist durchaus bewusst, dass es viele verschiedene Arten von Flüchtlingen gibt, von denen ein Großteil nicht in Deutschland bleiben darf, dennoch bin ich der Meinung dass man all diesen Menschen mit Respekt und Toleranz begegnen sollte, eben weil es auch nur Menschen sind. Nur weil sie hier nicht heimisch sind, sind sie keineswegs weniger wert und ich finde, es ist eine Frechheit zu behaupten, dass wir, also die Deutschen, bessere Menschen seien, die sich das Recht herausnehmen dürfen, über diese Menschen zu urteilen und zu richten.
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| © creative commons | Stocksnap |
Wenn hier Krieg wäre, würde ich fliehen, weil ich Angst um mein Leben hätte. Würde ich aufgrund meiner Religion, meiner sexuellen Orientierung oder Sonstigem verfolgt werden, würde ich fliehen. Wenn es für mich in Deutschland keine Perspektive gäbe und ich um mein täglich Brot bangen müsste, auch dann würde ich meinen Heimat verlassen, in der Hoffnung mir im Ausland ein neues und hoffentlich besseres Leben aufbauen zu können.
Wir sollten im Hinterkopf behalten, dass wir kein bisschen anders handeln würden, wären wir in so einer Situation, wie aktuell mehrere Millionen Menschen. Es ist ein Privileg in Europa geboren worden zu sein und ich bin dankbar dafür, dass ich hier leben darf, in Wohlstand, Frieden und Sicherheit.
Ich hoffe, dass wir Menschen wieder zueinander finden, dass es ein Miteinander wird und kein Gegeneinander mehr ist.
Und ich hoffe auch, dass ich euch mit diesem Text zum Nachdenken anregen konnte.
Lasst mir gerne eure Meinung zu diesem Thema unten in den Kommentaren. Unangebrachtes werde ich löschen und ich hoffe, wir können eine sachliche Diskussion führen und uns zu diesem Thema austauschen!
In diesem Sinne, Elli
Anmerkung: Oben genannte Informationen basieren auf dem, was ich mir angelesen habe und ich garantiere nicht für die Richtigkeit, da es sich hier um keinen Sachtext handelt, sondern nur um die Wiedergabe meiner Meinung zu einem aktuellen Geschehen.
Quelle Bild: Stocksnap



1 Kommentare
schöner text! ich finde, dass du es super auf den punkt gebraucht hast! Diesen Menschen sollte eine Chance gegeben werden und Rassismus ist einfach nur unnötig und unfair.
AntwortenLöschenLiebe Grüße, Gabi <3
Hi Du ❤
Ich freu mich über Deinen Kommentar.
Spam, Beleidigungen & (Eigen-)Werbung- darunter fallen Blogvorstellungen, Gewinnspiele und Anfragen zum Gegenseiten Folgen- werden aber gelöscht.
Also versuch es gar nicht erst ;)
Deinen Bloglink kannst Du aber natürlich dalassen- ich schaue gerne vorbei!