Mein Jahr 2016 | Zwischen Hoffnung und absoluter Resignation

by - Samstag, Dezember 31, 2016

2016. 
Ich hatte viele Erwartungen in dieses Jahr oder wohl eher an mich. 2015 hatte für mich nicht wirklich gut geendet und umso mehr hoffte ich, dass sich alles ändern würde. Das hat es auch. Doch nicht so, wie ich geglaubt und mir gewünscht hätte. Die ersten drei Monate des neuen Jahres habe ich nur wage in Erinnerung. Ich war viel Zuhause, da ich aufgrund meiner Verletzungen meine Traum-Ausbildung abbrechen musste. und wie man sich denken kann, war dies sehr sehr schlimm für mich.  Schließlich hatte ich mich damit identifiziert und nun wusste ich nicht mehr wirklich, wer ich war- wobei, wer weiß das mit 18 schon? Im März habe ich mich dann für einen Studiengang eingeschrieben von dem ich glaubte, dass er mir sehr gefallen würde. Nun war ich Studentin, einen Status, den ich nach meinen Abitur abgelehnt hatte- studieren? Das hatte ich nie gewollt und ehe ich mich versah rannte ich zu jeder Einführungsveranstaltung und machte alles mit, was ein Ersti so machen kann.
Ich knüpfte neue Kontakte, besuchte Vorlesungen, Seminare und war leider unglücklicher denn je. Versuchte mich neu zu definieren, finden, wie auch immer. Trug ein Fake-Piercing, schminkte mich täglich zur Uni, jobbte am Wochenende. Schließlich kündigte ich meinen Job bei der Bäckerei und einige Wochen später, es war Mitte Mai, war mir klar, dass der Studiengang nicht das war was ich wollte. Doch was nun? Diese Ungewissheit war schlimm, sehr schlimm für mich. Falls euch die einzelnen Stationen näher interessieren, gelangt ihr hier zu einem Post in dem ich alles etwas genauer schildere.


Ebenfalls habe ich zu dieser Zeit wieder mit YouTube angefangen, ein Hobby, dass ich in der Oberstufe aufgrund des Zeitmangels aufgegeben hatte und nun wieder aufgegriffen habe. Im Mai habe ich mir sehr spontan mein erstes Piercing, ein Helix, stechen lassen. Diese Entscheidung bereue ich kein bisschen! In den Pfingstferien bin ich dann 19 geworden und ganz ehrlich: ich fühle mich immer noch wie 17 und kein bisschen reif und erwachsen, obwohl ich im Studium von meinen Kommilitonen älter geschätzt wurde. Blogtechnisch war ich etwas gefrustet, da niemand mehr meine Post zu lesen schien und ich kurz vor war, einfach aufzuhören, doch mit einem neuen Design, das mir nach wie vor noch sehr gefällt, bekam ich einen neuen Motivationsschub.

Meine gesundheitlicher Zustand aber war alles andere als gut und verschlechterte sich immer mehr, sodass es im Juli zu einem absoluten Tiefpunkt kam, auf den ich jetzt auch gar nicht näher eingehen möchte. Warum ich ihn dass erwähne? Auch wenn ich eine »Bloggerin« bin heißt es nicht, dass mein Leben Friede, Freude Eierkuchen ist. Ich habe Probleme wie jeder andere Mensch auch, bin alles andere als perfekt. Rückschläge, Tiefpunkte gehören im Leben dazu. Und da dieser Blog auch eine Art Tagebuch ist, erwähne ich nun zum ersten Mal die unschönen Dinge. 

Der August war schwer, sehr schwer, auch wenn ich tolle Dinge erlebt habe, wie z.B. den Instawalk, auf den ich vom Heyne-Verlag eingeladen wurde.  Denn ich musste mich Aufgaben stellen, die für gesunde Menschen einfach sind, für mich aber Arbeit und ganz viel Kraft bedeuteten. Die Entscheidung, dass ich im September eine Ausbildung beginne werde war zwar gefällt, doch mich quälten viele Zweifel. War ich gut genug? Würde ich es schaffen? Hatte ich unüberlegt entschieden? Würde es mir gefallen? War ich intelligent genug? Was, wenn meine Klassenkameraden nicht nett sein würden?


Diese Zweifel wurden aber großteils beseitigt: meine Ausbildung macht mir großen Spaß, auch wenn es sehr sehr anstrengend für mich ist. Ende November gab es familiäre Probleme, was mich sehr viel Kraft gekostet hat diese zu überstehen. Und das ist der Stand der Dinge. Meine Gesundheit hat sich etwas verbessert, sodass ich nicht mehr so eingeschränkt bin, wie ich es z.B. im Januar war, doch es liegt noch eine Menge Arbeit vor mir. 

2016 habe ich Vieles erlebt und leider muss ich sagen, dass es kein schönes Jahr für mich war. Doch es wird besser. Was ich gelernt habe? Das es keine Schande ist zu fallen. Das alle besser werden kann, auch wenn es dann noch nicht gut ist. Ich lerne auf mich zu achten. Dass es in Ordnung ist, auch mal »Nein« zu sagen. Das es in Ordnung ist, ich zu sein. Doch was erwarte ich mir von dem neuen Jahr?

Ich möchte freier werden. Wachsen. Achtsamer sein. Kämpfen. Loslassen. Zu mir selber finden. Zu dem stehen der ich bin. Lernen. Atmen. Leben. Mutig sein. Riskieren. Ausprobieren. Entdecken.

Ich habe keine Ahnung was mich erwartet, wenn ich meine Ausbildung im Juli abgeschlossen haben werde. Pläne sind Pläne, aber ob diese funktionieren ist nie, nie sicher, ganz gleich, wie sehr man etwas möchte, sich in den Kopf gesetzt hat. Von einer auf die anderen Sekunde kann sich alles ändern. Alles.  Ich bin voller Hoffnung, dass alles besser werden kann, aber auch voller Angst, was die Zukunft betrifft, da ich sie nicht kontrollieren kann. Doch wer kann das schon? 

Dieser Post war jetzt wirklich sehr persönlich und vielleicht auch etwas negativ. Doch das war mein Jahr 2016. Ich wünsche euch ein wunderbares, erfolgreiches, perfektes 2017. Und ganz egal, was kommt: gebt nie auf. Das Leben ist es wert gelebt zu werden, auch wenn es Momente gibt, in denen alles hoffnungslos zu sein scheint.

In Liebe,
Elisa

You May Also Like

2 Kommentare

  1. Du hast so einen tollen Blog, Elli! Ich finde deinen Schreibstil und die Ehrlichkeit, die du in deinen Posts rüberbringst wirklich bewundernswert - mach weiter so! :)

    Ich lese deinen Blog wirklich unglaublich gerne!

    Ganz liebe Grüße, Julia ☾ | www.serendipityblog.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! ♥︎

      Löschen

Hi Du ❤
Ich freu mich über Deinen Kommentar.
Spam, Beleidigungen & (Eigen-)Werbung- darunter fallen Blogvorstellungen, Gewinnspiele und Anfragen zum Gegenseiten Folgen- werden aber gelöscht.
Also versuch es gar nicht erst ;)

Deinen Bloglink kannst Du aber natürlich dalassen- ich schaue gerne vorbei!

//]]>