My vegan story | Vom Salamiesser zur Mandelmilchtrinkerin 🌱

by - Freitag, Mai 05, 2017

Hallo alle zusammen!

Ich ernähre mich nun schon seit fast drei Jahren vegan- was ich, um ehrlich zu sein, nicht wirklich glauben kann. Was mit einem einwöchigen Experiment begann, hat sich zu etwas viel größerem entwickelt und nun denke ich, dass es an der Zeit ist, euch zu erzählen wie es überhaupt dazu gekommen ist, und was meine Beweggründe sind und waren. (Würde ich mehr versuchen noch mehr Informationen in diesen Post zu packen, würde das den Rahmen sprengen). Here we go!


Kapitel 1- Meine ursprüngliche Ernährung
Ich war der Fleischesser schlechthin. Müsli mit Milch zum Frühstück, dazu meistens ein Ei, in der Brotzeitbox war ein Wurst und Käsebrot und zu Mittag gab es Salat, dazu Geschnetzeltes, Hähnchenschenkel und Gemüsereis, als Nachspeise selbstgemachten Früchtequark, als Snack Schokolade und Gummibärchen und zu Abend wieder Brot mit Wurst und Käse. Obst und Gemüse habe ich nicht so oft gegessen, einfach, weil der ganze Rest mir viel besser geschmeckt hat. Vegetarier waren mir suspekt (Fleisch ist doch so lecker?) und Veganer waren die ganz komischen Exoten die nur Steine und Tofu aßen und dauerkrank waren, da sie das gesunde Fleisch und die gesunde Milch nicht zu sich nahmen. Und auch wenn ich bei meinen Großeltern waren, warteten dicke Brotscheiben, belegt mit viel Butter, Wurst oder Mett darauf, von mir verspeist zu werden.

 

Kapitel 2- Meine ersten Erfahrungen mit anderen Ernährungsformen 
Meine beste Freundin, sowie die ganze Familie waren Vegetarier und immer wenn ich bei ihr zu Besuch war, gab es kein Fleisch. War auch überhaupt nicht schlimm, ich habe nichts vermisst, denn schließlich gab es superleckere andere Sachen, Käse und Tofu, dass wie Gyros geschmeckt hat. Das war meine erste Erfahrung mit Fleischersatz und da die große Schwester meiner ABF zeitweise Veganer war (und trotzdem konnte sie vieles essen- wie war das möglich?) bin ich das erste Mal in den Genuss von süßlicher Sojamilch und lecker Hafermilch gekommen. Mit 14 habe ich das erste mal einen veganen Cupcake mit »Buttercreme« gegessen und ich war erstaunt: da sind keine Milch, Butter oder Eier dran?!

 

Kapitel 3- Mein erstes Experiment 
In der achten Klasse, hatte eine gute Freundin ein Experiment gestartet: sie wollte 14 Tage vegetarisch essen. Und da mich diese Idee angesprochen hat, bin ich mitgezogen. Schon nach wenigen Tagen war ich extrem begeistert, wie »leicht« ich mich gefühlt habe (Fleisch liegt schwer im Magen und braucht viele Stunden um verdaut zu werden). Nach 14 Tagen habe ich aber wieder Fleisch gegessen- eingeweiht habe ich meine »normale« Ernährung mit einer Scheibe Salami.

 

Kapitel 4- Der gedankliche Wendepunkt
Da meine Ernährung alles andere als gesund und/oder ausgewogen war, hatte ich mir über die Jahre ganz schön was angegessen. Ich trug Kleidergröße M, obwohl ich gerade mal so groß war (und immer noch bin), wie ein zehnjähriges Kind. Ich starte mit 15 meine erste Diät, die in einem XXL-Jojoeffekt endete und zudem ging es mir gesundheitlich aufgrund einer noch damals unentdeckten Milchunverträglichkeit (vorher war es »nur« Laktoseintoleranz) alles andere als prickelnd: Bauchschmerzen, Magenkrämpfe und Heißhungerattacken standen auf dem täglichen Stundenplan. Schließlich beschloss ich, dass ich an den Fundamenten meiner Ernährung etwas ändern musste und stieß so erneut auf die vegane Ernährung, die anscheinend vielen Menschen mit Unverträglichkeiten, Übergewicht und anderen gesundheitlichen Problemen geholfen hatte. Da mir meine Mutter aber verbot tierische Lebensmittel von meinem Speiseplans zu streichen, blieb ich bei meiner »alten« Ernährung und fühlte mich weiterhin alles andere als toll.

 

Kapitel 5- Die 90 Minuten, die mich handeln ließen
Eines Abend- ich saß allein im Wohnzimmer und habe mich gelangweilt, bin ich auf Youtube unterwegs gewesen und bin über die Bloggerin und Youtuberin LytheBee (so war damals ihr Name) auf die Dokumentation Earthlings gestoßen. Und dann habe ich auf »Play« gedrückt. Die Bilder, die ich dann gesehen habe, werde ich wohl nie wieder vergessen. Viele berichten, sie hätten währenddessen geweint, doch ich saß nur geschockt, wie versteinert da, konnte nicht glauben, was ich da sah. Und in meinem Kopf machte es KLICK. Der Film hat mich sehr beschäftigt und mich nicht losgelassen, sodass ich dann zwei Tage später von 0 auf 100 Vegetarier geworden bin.

 

Kapitel 6- Die nächste Stufe 
Ich vermisste Fleisch, Wurst und Gummibärchen kein bisschen. Warum sollte ich ein totes Tier oder ausgekochte Tierknochen essen? Milchprodukte habe ich weiter konsumiert, Eier konnte ich des Gewissens wegen auch nicht mehr essen. Doch da es mir gesundheitlich immer schlechter bin, war ich radikal und strich innerhalb weniger Tage Milch und Joghurt von meiner Essensliste. Der erste Tag, dem ich mich komplett vegan ernährt habe, war ich wahnsinnig stolz auf mich. Es dauerte eine Woche, bis ich dann auch keinen Käse mehr gegessen habe, doch ich setzte mir eine Grenze: Wie geht es mir mit einer Woche veganer Ernährung?

 

Kapitel 7- Vom Experiment zum Lifestyle
Aus einer Woche wurden zwei, aus zwei Wochen drei aus drei Wochen ein Monat, aus einem Monat nun fast drei Jahre. Mittlerweile weite ich den Veganismus auf mein ganzes Leben aus und versuche keine Produkte, die Tierisches enthalten zu kaufen. Was mich antreibt? Ich möchte nur wegen meiner Geschmacksnerven, Bequemlichkeit oder Gewohnheit kein Tierleid verursachen. Mir ist es wichtig der Umwelt so wenig wie möglich zu schaden. Und ich möchte das Beste für meinen Körper. Seit dieser Umstellung habe ich keine Akne mehr sondern nur noch stressbedingte Hautunreinheiten, mein Stoffwechsel funktioniert perfekt und ich fühle mich nach einer großen Mahlzeit nicht mehr träge, sondern habe viel mehr Energie. Außerdem habe ich kein Übergewicht mehr, sodass ich keine Diät halten muss um ein gesundes Gewicht zu erreichen bzw. zu halten. Ebenfalls habe ich so das Kochen gelernt und stehe nun oft in der Küche um neue Rezepte auszuprobieren.

 

Ich bin deswegen kein besserer Mensch als ihr und noch lange nicht dort, wo ich sein möchte. Doch   trotz tausender Vorurteile, negativer Meinungen und Skepsis habe ich es gewagt über den Tellerrand zu schauen und bin nur in vielen Bereichen mehr aufgeklärter und mir bewusster, was mein Handeln alles bewirkt. Anstatt zu missionieren möchte ich zeigen, dass  man mit einer Umstellung wie dieser NICHST von seiner Lebensqualität einbüßt sondern stattdessen, viele neue Dinge kennenlernt! In diesen drei Jahren ist natürlich noch viel mehr passiert, doch das ist eine andere Geschichte. Aber so hat alles angefangen. Ob ich es bereue? Kein bisschen. Ob ich wieder anfangen werde tierische Produkte zu essen? NEIN.

Bei Fragen helfe ich euch gerne weiter und es wird definitiv nicht der letzte Post sein, den ich über diese Thema schreiben werde.

You May Also Like

4 Kommentare

  1. Hey, Wahnsinns Story. Ich muss sagen ich bin auch hin und her gerissen was das Thema angeht. Nicht mal unbedingt nur wegen den Tieren, sondern auch wegen meiner persönlichen Gesundheit. Man weiß heutzutage nicht mehr wie die Tiere gehalten und gefüttert werden und das gibt mir zu denken. Auch die ganzen Zusatzstoffe und Konservierungsmittel, die wir in uns reinschaufeln .. Ich werde mir die Doku auf jeden Fall anschauen! Danke für den Tipp und die Erfahrungen :)

    LG, Laura
    laury-loves.blogspot.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Gesundheit war bei mir auch der ausschlaggebende Faktor und wenn ich daran denke, wie viel Antibiotika allein schon in Geflügel ist...nein Danke. :O Ich bin gespannt, wie du die Doku findest :)

      Löschen
  2. High Five von mir als "Gleichgesinnte"! Ich bin seit Ende 2013 Veganerin, war davor allerdings bereits sechs Jahre Vegetarierin, weil ich als Kind schon nie wirklich Fleisch essen wollte, die Vorstellung hat mir damals Angst gemacht. Veganerin wurde ich dann, nachdem ich mich mehr informiert habe, mir geht es um meine Gesundheit, die Tiere, einfach alles drumherum und ich vermisse auch nichts. Ich finde es immer wahnsinnig spannend, die Geschichten und Beweggründe anderer zu lesen :)

    Nochmal eine High Five dafür, dass du auch so gerne liest und schreibst wie ich! Ich verstehe auch nicht, wieso so viele heute gar nicht mehr lesen bzw. keine Lust dazu haben. Für mich ist das unvorstellbar :o Klar hat man manchmal keine Zeit, aber Lust zu lesen habe ich nahezu immer und ohne kann ich es mir nicht vorstellen!
    Und mich würden deine Geschichtenanfänge ja interessieren, falls du konkrete hast :) Ich schreibe momentan, wie ich in dem Post geschrieben habe, halt seit einem Jahr an einem Roman, aber der ist nicht veröffentlichungstauglich :D

    Liebst, Lea.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wie cool, ich wusste gar nicht, dass du auch Veganer bist! *highfive* :)
      Wenn ich jetzt mit meinen ganzen Geschichtsanfänge aufführen würde, wären wir auch morgen nicht fertig^^ Ich habe auch ein fertiges Manuskript, doch ich habe kein Exposé. -.- Und das andere fertige Projekt, das ich habe, ist richtig schlecht :D

      Löschen

Hi Du ❤
Ich freu mich über Deinen Kommentar.
Spam, Beleidigungen & (Eigen-)Werbung- darunter fallen Blogvorstellungen, Gewinnspiele und Anfragen zum Gegenseiten Folgen- werden aber gelöscht.
Also versuch es gar nicht erst ;)

Deinen Bloglink kannst Du aber natürlich dalassen- ich schaue gerne vorbei!

//]]>