Über Höhenflüge und Abstürze | Mein Jahr 2017

by - Donnerstag, Januar 04, 2018

2017.
Wow. Was soll ich sagen? Das Jahr 2017 ist nun vorbei. 365 Tage, in denen so viel passiert ist, dass mir dieser Zeitraum viel,viel länger erscheint, als er eigentlich gewesen ist. Doch wo soll ich anfangen? Am besten auf Anfang, im ersten Monat, dem Januar.
Ich hatte mich im November (zumindest glaube ich das) mich auf eine Ausbildungsstelle zur Kauffrau Digital- und Print bei Random House, einer der größten Verlagsgruppen überhaupt beworben. Ich wurde sogar entgegen meiner Erwartungen zum Assessment Center eingeladen (das ist so eine Art XXL- Gruppenbewerbungsgespräch, das in meinem Fall einen ganzen Tag in Anspruch genommen hat). Diese Erfahrung war sehr spannend und auch wenn ich nach diesem Tag fix und fertig war, bin ich froh, diese gemacht zu haben. Die Stelle habe ich leider nicht bekommen, aber da ich mich bei über 200 Bewerbern überhaupt durchgesetzt habe und mit 24 anderen eingeladen wurde, war schon etwas, was mich im Nachhinein etwas stolz macht (ohne jetzt hoffentlich eigebildet zu wirken!).
Doch dann wurde es schwierig. Neben einem grippalen Infekt, habe ich mir eine bakterielle Infektion eingefangen und lag von Ende Januar bis Mitte April fast durchgehend flach, doch dank Antibiotika und Probiotika bin ich wieder auf die Beine gekommen, auch wenn dieses ewige hin-und her von krank und gesund mich einige Nerven gekostet hat. In diesem Zeitraum musste ich leider aber auch zwei Aufnahmeprüfungen absagen. Eine davon konnte ich im Mai nachholen und zwar für das Freie Tanzjahr in Düsseldorf.
Ich hatte ungefähr fast anderthalb Jahre nicht mehr getanzt und umso mehr habe ich mich dann gefreut, dass ich tatsächlich einen Platz bekommen habe und mein Können gereicht hat! Zudem war ich echt erleichtert endlich einen Plan zu haben, was ich nach meiner Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin mache, denn auf andere Bewerbungen hatte ich nur Absagen erhalten.


Ende Mai hatte ich dann meine schriftlichen Abschlussprüfungen, die mich logischerweise viel Energie gekostet haben. In den Pfingstferien habe ich sogar ein WG-Zimmer in Düsseldorf gefunden und war voller gemischter Gefühle, denn ich hatte so lange darauf gewartet, dass ich endlich wieder tanzen können würde- und zwar in Form einer Ausbildung. Nach den Ferien hieß es dann packen und sich auf die mündlichen Abschlussprüfungen vorbereiten.
Ende Juli durfte ich mich dann mit dem Titel Staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin rüsten und einen Tag nach der Zeugnisvergabe ging es auch schon los nach Düsseldorf!
Der Umzug war mega stressig und lief nicht ganz reibungslos aber am Ende standen alle Möbel und ich hatte mich vor richtig eingelebt. Den August nutzte ich um mich einzuleben, eine Arbeit zu suchen (was gar nicht so leicht war!), meine beste Freundin zu sehen bevor auch sie umzieht und mich auf die Ausbildung vorzubereiten. Hier gelangst du zu einem Post, in dem ich erzähle was ich sonst noch so gemacht habe.
Ebenfalls habe ich hier auf diesem Blog einen sehr persönlichen Beitrag über meine psychische Erkrankung geschrieben (hier geht es zu dem Post). Seit August 2016 ging es im Zickzackkurs bergauf und ich fühlte mich in Düsseldorf, frei unabhängig und endlich im Leben angekommen.
Doch letzteres meinte es irgendwie nicht gut mit mir. Durch eine Blasenentzündung (ausgelöst durch ein überflutetes Bad) zog ich mir eine wiederkehrende Infektion zu, die mit starken Schmerzen verbunden war und mich extrem runter zog.
Als meine Vorausbildung im September dann los ging, wurde ich nur mäßig davon eingeschränkt. Schmerztabletten waren einer meiner häufigen Begleiter. Es machte mir großen Spaß, doch es war nicht nur körperlich, sondern auch psychisch eine große Herausforderung und Belastung. Und dann begann die Abwärtsspirale.


Schließlich musste ich aufgrund einer Sehnenüberlastung eine Woche aussetzten. Ich konnte kaum laufen und lag schließlich nur im Bett oder verbrachte meine Nachmittage im Jugendzentrum um unter Leute zu kommen.
Durch die Schmerzen, die hohe Belastung sowie die Eigenverantwortung, die einfach noch zu früh war, bin ich wieder abgestürzt und ehe ich mich versah, zog ich die Notbremse und entschloss wieder nach Hause zu ziehen. Eigengefährdung ist nichts, was ich auf die leichte Schulter nehmen wollte, da mir die aufkommenden Gefühle nur allzu vertraut waren. Und sie verhießen nichts Gutes.
Innerhalb von einer Woche hatte ich mein ganzes Leben, dass ich mir im Ruhrgebiet aufgebaut hatte, wieder in acht Kisten verstaut und wohnte dann wieder Zuhause. Knapp zwei Monate lang teilte ich mir mein ehemaliges Zimmer mit meiner jüngsten Schwester, ehe ich es wieder ganz für mich bekommen habe. Nicht mal eine Woche nach meiner Ankunft habe ich mich für ein Studium eingeschrieben, das mir sogar einigermaßen gefällt. Meine Wahl ist auf Philosophie gefallen und auch wenn man sehr viele Texte lesen muss, die man so gut wie gar nicht versteht, kann ich sehr viel aus den belegten Kursen mitnehmen. Schließlich ist eine Weiterbildung, egal welches Ziel diese verflogt, immer von Vorteil.
Da aber meine Gesundheit nach wie vor ein großes Problemfeld ist, weiß ich nicht, wie es weitergeht wird. Das macht mir Angst, denn schließlich ist Kontrollverlust ein sehr unangenehmes Gefühl.
Auch wenn es mir jetzt Ende diese Jahres deutlich schlechter geht als zu Beginn diesen Jahres, würde ich 2017 als ein gutes Jahr deklarieren. Trotz vieler Rückschläge habe ich endlich mal nach so vielen Jahren wirklich gelebt. Ebenfalls habe ich sehr viel gelernt, vor allem über mich selbst.
Was wünsche ich mir für 2018? 
Natürlich steht an erster Stelle meiner Gesundheit, denn ohne sie kann ich meine Leben nicht gestalten. Diese Selbstständigkeit ist ein großer Wunsch von mir, auch wenn ich weiß, dass dafür sehr viel Zeit, Geduld und Durchhaltevermögen nötig ist. Ich bin ein ehrgeiziger Mensch, der sich nicht unterkriegen lässt, auch wenn ich mehr als einmal das Bedürfnis verspürt habe, das Handtuch zu werfen. Doch da das keine nachhaltige Lösung ist, heißt es: weitermachen. Schritt für Schritt.

Ich weiß, dass dieser Post sehr persönlich ist und sehr viel aus meinem Privatleben freigibt und ich damit viel Angriffsfläche biete. Jedoch ist mir auch bewusst, dass es viele Menschen da draußen gibt, die gerne offener damit umgehe würden, dass Vieles nicht gut läuft und dass es ihnen nicht gut geht. Wir sind alle Menschen und alles andere als perfekt. Und das möchte ich zeigen. Authentisch, ohne gestellte und nachbearbeitete Bilder, wie sie unter anderem bei Instagram zu finden sind. Denn das, das ist das wahre Leben.

In diesem Sinne
Elisa

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