Die spontanen Aktionen, sind immer die Besten, heißt es. Und doch kostet es mich jedes Mal große Überwindung meine Pläne über Bord zu werfen und auf meine Intuition zu hören. Den Spontanität bedeutet gewohnte Pläne und Strukturen zu durchbrechen und sich auf etwas Unbekanntes einzulassen. Und unbekannte Dinge machen mir verdammt viel Angst.
So kam es an jenem Samstag dazu, dass ich mit C* einen Tagesausflug nach Bamberg machte. Und da dieser Tag so anders war- im positivem Sinne- wird er mir lange im Gedächtnis bleiben. Ich habe dort viel reflektieren können, bewusst als auch unbewusst und möchte die gewonnenen Erkenntnisse mit dir teilen, da ich denke, dass durchaus wichtige Impulse dabei sind, die vielleicht neue Perspektiven eröffnen.
Es ist okay nicht immer zu können oder zu funktionieren. Wir sind Menschen und keine Maschinen. Nur weil Person A mit Situation X super zurecht kommt, muss das nicht auf einen selbst zutreffen. Wir sind so verschieden und individuell, mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, die uns dazu veranlassen anders zu reagieren als unsere Mitmenschen. Und das sollte man respektieren. Wenn man die Geschichte hinter einer Person nicht kennt, hat man schon zehnmal nicht das Recht darüber zu urteilen ob die Reaktion nun angemessen war oder nicht. Und NEIN-Sagen mag andere vielleicht manchmal vor den Kopf stoßen, doch es es ist so wichtig auf seine innere Stimme zu hören und die eigenen Grenzen nicht zu überschreiten. Denn NEIN- Sagen bedeutet auch, sich selbst zu schützen und auf sich Acht zugeben.
Lektion n°1: Das Positive sehen
Das Wetter war nicht das Beste. Die Bedingungen für einen Tagesausflug waren nicht die Besten. Und doch, als sich mein rasender Herzschlag allmählich beruhigt hatte, war ich in der Lage das Schöne zu sehen: die Architektur der Altstadt, die süßen Häuschen am Fluss, die mich so sehr an Straßburg erinnerten (hier geht es zu dem Post, in dem ich darüber berichte), der schöne Hainpark, die verwinkelten Gassen, der Markt, auf dem sich trotz des nicht sonnigen Wetters zahlreiche Menschen tummelten, die schönen Ornamente in den Kirchen, die wir besichtigt haben. Mich packte eine Erkundungslust, die mich beinahe in Euphorie versetzte. Wohin führt diese Gasse? Wo landen wir, wenn wir dort entlang gehen? Ist da etwa der Fluss? Und wie kommt man zu der Kirche, von der wir nur die Spitze sehen können?
Auf das Leben übertragen könnte man sagen, dass man jeder Situation etwas Positives abgewinnen kann, wobei ich aber sagen muss, dass ich dem nicht ganz zustimme. Es gibt nun mal Ereignisse, die wirklich S****** sind und die wirklich NICHTS Gutes an sich haben- so hart das auch klingen mag- doch solche Kleinigkeiten, die Ärger verursachen oder für einen ein Hindernis darstellen, besitzen durchaus zwei Seiten. Man muss nur versuchen, die helle Seite der Medaille zu sehen um sich daran zu erinnern, dass nicht alles immer direkt so schlecht ist, wie man auf den ersten Blick vielleicht meinen könnte.
Lektion n°2: Auf die eigenen Bedürfnisse hören & Nein sagen
Gegen Mittag stieß L* zu uns, die C* und mich nach Bamberg gefahren hatte und schließlich wollten wir drei was essen gehen. Zuerst versuchten wir es in einer typisch deutschen Gaststätte, die letztendlich überfüllt war. Als wir warteten um zu sehen ob wir einen Tisch zugewiesen bekommen würden, machte sich in mir ein mulmiges Gefühl breit, das ich zunächst zur Seite schob. Bei Gaststätte Nummer zwei musste ich nur den Fuß über die Türschwelle setzen und schon bekam ich Panik. Anstatt mich zusammenzureißen, sagte ich zu den beiden »Nein, das geht gar nicht, ich halte es hier nicht aus«. Innerhalb von zwei Sekunden war ich wieder draußen und konnte endlich wieder atmen. Niedrige Decken, stickige Luft, viele Menschen auf engem Raum und Dunkelheit zählen in dieser Kombination nicht zu den Dingen, die bei mir Wohlbefinden auslösen. Letztendlich aßen wir in einem asiatischen Imbiss zu Mittag und ich konnte mich wieder einigermaßen entspannen.Es ist okay nicht immer zu können oder zu funktionieren. Wir sind Menschen und keine Maschinen. Nur weil Person A mit Situation X super zurecht kommt, muss das nicht auf einen selbst zutreffen. Wir sind so verschieden und individuell, mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, die uns dazu veranlassen anders zu reagieren als unsere Mitmenschen. Und das sollte man respektieren. Wenn man die Geschichte hinter einer Person nicht kennt, hat man schon zehnmal nicht das Recht darüber zu urteilen ob die Reaktion nun angemessen war oder nicht. Und NEIN-Sagen mag andere vielleicht manchmal vor den Kopf stoßen, doch es es ist so wichtig auf seine innere Stimme zu hören und die eigenen Grenzen nicht zu überschreiten. Denn NEIN- Sagen bedeutet auch, sich selbst zu schützen und auf sich Acht zugeben.
Lektion n°3: Kontrolle abgeben
Nach einem dreistündigem Spaziergang und wunderbaren Gesprächen durch den Hainpark endetet der Tagesausflug und wir fuhren zurück. Ich war mehr als nur froh über meinen Schatten gesprungen zu sein und die Gelegenheit ergriffen zu haben eine wunderschöne Stadt zu erkunden. Der Tag hatte mich absolut geschafft- aber im Positiven Sinne- und als ich die vergangenen Stunden Revue passieren ließ, musste ich feststellen, dass ich es doch tatsächlich geschafft hatte, die Kontrolle abzugeben. Denn ich plane. Äußerst präzise, bis auf die Minute, vor allem wenn ich mich in einem unbekannten Terrain befinde. Ich versuche Kontrolle über eine Situation zu erlangen, die ich nicht kenne und die mir in Folge dessen Angst macht und mir Bauchschmerzen beschert.
Dabei ist Kontrolle eine Illusion. Sie gibt es nicht. Natürlich können wir Vieles bestimmen, da wir jeden Tag auf's Neue zahlreiche Entscheidungen treffen müssen, die uns mal mehr, mal weniger schwer fallen. Ich habe diesen Tag weder geplant, noch habe ich auf eine Karte geschaut oder sonst irgendwie versucht das Steuerbord zu übernehmen. Und das war verdammt befreiend und hat mir gezeigt, dass ich nicht immer alles wissen muss um ans Ziel zu gelangen. Dass die Umwege manchmal schöner und abenteuerlicher sind und viel mehr für einen bereit halten, als der gerade Weg, der ohne Hindernisse ist. Kontrolle gibt einem zwar Sicherheit, doch sie schränkt einen zum Teil auch ein, Großartiges zu erleben.
Ich hoffe sehr, dass du aus diesem Beitrag etwas mitnehmen konntest, oder du zum Nachdenken angeregt wurdest, was deine eigenen Verhaltensmuster betrifft. Bist du schon mal in Bamberg gewesen?
In diesem Sinne
Elisa
*Namen aus privaten Gründen gekürzt



2 Kommentare
Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und du hast mich definitiv als neue Leserin dazu gewonnen.. Ich verstehe dich mit diesem Post so so so so gut!! Ich arbeite selbst gerade an einem Blogpost zu den wichtigsten Lektionen die ich in meinen 18 Jahren auf diesem Planeten bislang gelernt habe..
AntwortenLöschenIch bin auch dabei zu lernen auf meine Intuition zu hören aber ich habe immer noch diese Glaubenssätze in mir dass ich mir selbst nicht vertrauen kann und alles kontrollieren muss um es jemals in meinem Leben zu etwas bringen zu können???
Ich bin selbst schon immer richtig aufgeregt wenn ich mal in ein anderes Café als sonst gehe um dort meine Blogposts zu schreiben hahaha
Alles Liebe, Lea von http://leachristind.blogspot.com
Das freut mich sehr nun eine neue Leserin zu haben! ♥︎
LöschenEs ist echt schwer auf seinen Intuition zu hören, vor allem wenn man das jahrelang nicht gemacht hat. Aber man kann im Leben nun mal nicht alles kontrollieren und selbst wenn man es könnte, so würde man glaube ich nicht wirklich leben, da es keine Überraschungen geben würde (und genau diese machen ja alles interessant und aufregend).
Hi Du ❤
Ich freu mich über Deinen Kommentar.
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Also versuch es gar nicht erst ;)
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