Über die Schwierigkeit, Entscheidungen zu treffen

by - Samstag, April 20, 2019

Warum fällt es uns manchmal so schwer, Entscheidungen zu treffen? Warum drücken wir uns nicht selten davor zwischen Option A und B zu wählen? Eine Frage, die mir schon seit längerem durch den Kopf spukt. Vielleicht weil oben Genanntes auf mich zutrifft und ich in meiner aktuellen Lebenssituation unausweichlich damit konfrontiert werde.

Oft habe ich mich gefragt, warum ich nicht so entscheidungsfreudig bin. Die Antwort ist recht ernüchtern und lässt sich mit zwei Worten zusammenfassen: Erfahrung und Versagensängste. Warum ich so offen über diese beiden Schwächen, die ich habe, spreche? Da ich glaube, dass es vielen genauso geht und ich diesen menschlichen Gedanken Raum geben möchte. Denn niemand ist unfehlbar.


Die Vergangenheit hat mich gelehrt, dass man zwar aus den falschen Entscheidungen lernt (auch wenn dies in meinem Falle bedeutet, den gleichen Fehler vier- bis fünfmal zu machen) aber auch, dass diese oft unangenehmen Lektionen einen verändern. Und das vielleicht mehr als man wahrhaben will.
Ich werde zurzeit mit der Wahl eines Ausbildungsberufes konfrontiert, eine Entscheidung, die ich nicht auf die leichte Schulter nehme, vor allem, da sie einen großen Einfluss auf den weiteren Verlauf meines Lebens haben wird. 

Man könnte meinen, dass man mit 21 bereits einen Plan hat, oder zumindest weiß, wohin man später will. Auf mich trifft dies bedauerlicherweise nicht zu. Mehrere Jahre lang hatte ich zwar ein Ziel vor Augen, auf das ich bereits in einem Alter hinarbeitete, in dem andere auf Partys gehen, mit Freunden unterwegs sind und typische Teenie-Dinge tun.
Ich habe meine gesamte Freizeit (die dadurch, dass ich ein Gymnasium besuchte, sehr gering war) diesem Ziel verschrieben, meine Identität und meine Existenz. An was ich nicht in meiner jugendlichen Naivität gedacht hatte, war das Leben selbst, das oftmals nach seinen eigenen Regeln spielt und das ohne Rücksicht auf Verluste. Die Folge: ein tiefer Fall und eine Sinnkrise mit gerade mal 18 Jahren und mehrere erfolglose Versuche eine Alternative zu finden.


Ich weiß nicht was ich will, wirklich nicht. Natürlich habe ich gewisse Vorstellungen und Ideen, doch nichts fühlt sich wirklich »richtig« an. Doch zu wissen, was man NICHT will ist auch unheimlich wertvoll, wobei ich ziemlich lange gebraucht habe um dies zu erkennen. Selbstreflexion ist eine Fähigkeit, die mir Vieles erleichtert, aber mir auch Steine in den Weg legt, da ich dann ZU VIEL denke, anstatt einfach zu machen. Denn schließlich könnte ich mich ja falsch entscheiden. Über die Zeit habe ich mir diverse Strategien angeeignet, damit der Prozess, des Entscheidungen-Treffens nicht mehr so ein (Kraft)Akt ist. Diese möchte ich nun mit euch teilen:

1. PRO- & CONTRALISTEN
Mir helfen Listen generell etwa Ordnung in mein Kopfchaos zu bekommen, mich zu organisieren oder zu planen, Ideen zu sammeln et cetera. Und natürlich eignet sich eine Liste auch um diverse Vor-und Nachteile aufzulisten. Hierbei geht es (logischerweise) nicht darum, welche Seite mehr Argumente hat, sondern wie schwer diese gewichten.

2. DAS WORST-CASE-SZENARIO
Wir Menschen neigen in der Regel dazu, immer das Schlechte und das Schlimmste anzunehmen. Wir gehen nicht davon aus, das Dinge funktionieren könn(t)en. Ich nehme mich von dieser Sache nicht aus. Die Angst vor einer falschen Entscheidung sitzt mir im Nacken und bringt nicht selten einen Stein ins Rollen, der in einem absolut unrealistischen Szenario endet. Was wäre denn objektiv und realistische betrachtet, das absolut Schlimmste, was passieren könnte? Ohne die darauf folgende Kausalkette? Und wäre das wirklich so schlimm?

3. DU BIST AUCH NUR EIN MENSCH
Etwas, das ich mir selbst so oft vor Augen halten muss. Dass ich Fehler machen darf. Anderen nehme ich ihre Fehler und Schwächen nicht übel, doch für mich selbst gelten andere Regeln und aufgrund dessen will/möchte/darf ich keine Fehler machen, weil ich ja perfekt sein muss. STOPP.
Kennst du diese Gedanken? Bestimmt. Deswegen hier eine wichtige Erinnerung: wir Menschen sind nicht unfehlbar. Keiner von uns. Fehler sind nicht Schlimmes, wir lernen von ihnen. Du musst nicht alles sofort wissen und können oder sonst was. Sei nett zu dir selbst, auch wenn es in solchen Situationen unfassbar schwer ist, einen wohlwollenden Gedanken an sich zu richten. Niemand wird dir den Kopf abreißen, wenn du dich in einer Bewerbung vertippt (es ist höchstens ziemlich ärgerlich), niemand wird dich auslachen, weil du dir keinen perfekten Lidstrich ziehen kannst (bist du etwa ein Make-up-Artist) oder das große Einmaleins nicht rückwärts aufsagen kannst, wirklich nicht.


FAZIT
Ich mag keine große Entscheidungen treffen (man muss schließlich nicht alles mögen), doch ich muss mich ihnen stellen und eine Seite wählen. Aber vielleicht ist das okay, weil ebendiese Entscheidungen einen im Leben voranbringen und neue Möglichkeiten bieten. Die Komfortzone zu verlassen ist immer etwas Unangenehmes, das einem Angst macht (davon möchte ich mich nicht ausnehmen), aber ich denke, wir verpassen viel zu viel, weil wir uns zu viel Gedanken um Dinge machen, die nicht wirklich relevant sind. Vor allem weil man mit seinem Problemen zu 99 Prozent NICHT alleine ist- die Wahrscheinlichkeit ist bei einer Weltbevölkerung von acht Milliarden wirklich gering.

Was ist deine größte Angst? Und was hilft dir dabei, wichtige Entscheidungen zu treffen?

Herzallerliebst
Elisa

You May Also Like

0 Kommentare

Hi Du ❤
Ich freu mich über Deinen Kommentar.
Spam, Beleidigungen & (Eigen-)Werbung- darunter fallen Blogvorstellungen, Gewinnspiele und Anfragen zum Gegenseiten Folgen- werden aber gelöscht.
Also versuch es gar nicht erst ;)

Deinen Bloglink kannst Du aber natürlich dalassen- ich schaue gerne vorbei!

//]]>