Über Fast-Verluste und Zukunftsängste | Mein Jahr 2019 ☯︎

by - Dienstag, Dezember 31, 2019

Letztes Jahr, 2018, habe ich irgendwie in eine Schublade in meinem Kopf gesteckt und weder im privaten, noch hier online wirklich darüber gesprochen. Denn 2018 war ein Jahr, das für mich sehr intensiv war, denn zum ersten Mal wagte ich wieder, nach mir selbst zu suchen, nach Hilfe zu fragen und mich dem zu stellen, was mich all die Jahre in Ketten gelegt hatte. Und ehe ich mich versah, war es 2019 und ich dachte mir: »Neues Jahr, neues Glück.«. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man mit Veränderungen jederzeit beginnen kann, so hat der Eintritt in ein neues Jahr für mich fast etwas Symbolisches. Ein Einschnitt, bei dem man mit dem Vergangenen vielleicht sogar besser abschließen und sich selbst wieder eine Chance geben kann. Nun, jetzt ist es 2020, was mir ehrlich gesagt ziemlich Angst macht, denn es zeigt mir, wie schnell die Zeit vergeht und wie wenig ich dieser eigentlich hinter komme. Nun, es ist mir wichtig zu Entschleunigen, denn Stress habe ich genug und da 2019 ein abartiges Jahr war, möchte ich es Revue passieren lassen. Mit all seinen Höhen und Tiefen, all meinen Ängsten und Momenten voller Freude.

 

01 | Das Jahr hat für mich mit Krankheit, nämlich eine klassischen Grippe begonnen. Kein grandioser Start und somit konzentrierte ich mich in den 31 Tagen darauf  gesund zu werden und dann wieder mit meine Arbeitsroutine zurückzukehren.

02 | Ein Tag kann alles verändern, so heißt es. Und es ist absolut wahr. Am 09.02. wurde mein Vater ins Krankenhaus eingeliefert- mit einem Darmdurchbruch und eine bislang unentdeckten Sepsis (Blutvergiftung), die zu einem Fast-Organversagen führte. Noch nie hatte ich so sehr Angst und ich versuchte mich mit dem Gedanken anzufreunden, Halbwaise zu werden.  um meine Mama zu unterstützen zog ich vorübergehend wieder in mein altes Zuhause und schmiss den Haushalt und erledigte all das, was meine Mama nicht mehr schaffte, da sie 24/7 entweder bei der Arbeit oder im Krankenhaus war, bei meinem Vater auf der Intensivstation.

 

03 | Trotz dieser Krise ging das Leben weiter- ich machte mich auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz und lernte auch einen Herzensmenschen kennen. Eine absurde Kombination, denn ich war immerhin Hochanspannung, immer darauf vorbereitet einen Anruf zu bekommen, der mir mitteilen würde, dass ich nur noch ein Elternteil habe.

04 | Der Zustand meines Vaters stabilisierte sich und so auch mein Alltag. Ich war nun wieder öfters Zuhause und konnte dort wieder in die Arbeit einsteigen. Langsam kehrte wieder Normalität und Ruhe ein.

 

05 |  Ein schwieriger Monat, denn die letzten Monate waren nicht spurlos an mir vorübergegangen. Ich wurde 22 und am Ende des Monats war ich auf dem Internationalen Jugendtag der Neuapostolischen Kirche. Ein wahnsinniges Erlebnis, das ich wohl nie vergessen werde.

06 | Ich fuhr mit der Familie meiner Tante in den Urlaub und verbrachte zwei Wochen ohne Wlan in der italienischen Pampa (hier geht es zu meinem Bericht). Auf die ersten verschickten Bewerbungen für eine Ausbildung erhielt ich nur Absagen.

 

07 | Natürlich holte ich mir die Sommergrippe, doch glücklicherweise schaffte ich es noch das historische Stadtfest meiner Heimat, das nur alle drei Jahre stattfindet, zu besuchen. Die vier Tage, die ich dann dort verbracht habe, waren dermaßen anstrengend: zu wenig Schlaf, zu viel Holunderblütenschnaps, zu viel Hitze, Herumlaufen und zu wenig Pause. Nichtsdestotrotz hatte ich sehr viel Spaß mit meinen Freunden, mit denen ich vom frühen Abend bis spät in die Nacht herumgezogen bin (natürlich im historischen Gewand).

08 | Endlich erfüllte sich ein Lebenstraum von mir und zwar verbrachte wir eine Woche in London. Es war eine wahnsinnig tolle Reise und ich habe mich extrem in diese vielseitige Stadt verliebt. Natürlich habe ich ausführlich darüber gebloggt um jederzeit auf die Erlebnisse zurückblicken zu können (denn im Laufe der Jahre vergisst man dann doch die ein oder andere Sache). Hier geht es zu der siebenteiligen Post-Reihe, in der ich genauer darüber berichte.

 

09 | Ich konzentrierte mich weiter auf meine Gesundheit und verschickte weiterhin fleißig Bewerbungen- leider mit mäßigem Erfolg. Ebenfalls war ich oft in der Heimat um mich mit meinem Herzensmensch zu treffen.

10 |  Da ich mir nach viel Reflexion und Überlege doch nun vorstellen konnte, später weiterhin im sozialen Bereich zu arbeiten, habe ich mit diesem Fokus die jährliche Ausbildungsmesse der Stadt besucht. Und überraschenderweise fand ich sogar für Januar eine befristete Stelle als Individualkraft in einem Kindergarten, was mich natürlich sehr freute.

 

11 |  Der November ist schon seit sieben Jahren ein sehr schwerer Monat für mich, doch ich habe ihn wieder überstanden. Zudem hatte ich meinen ersten Arbeitstag, da ich glücklicherweise doch schon früher anfangen konnte.

12 |  Ich arbeitete viel und stürzte mich ebenso in die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest, vermutlich um mich von der Tatsache abzulenken, dass mich die bereits geschehen und anstehenden Veränderungen mir nicht nur enorm Angst machten, sondern mich auch maßlos überforderten. Ich brach den Kontakt zu meinem Herzensmenschen ab und verbrachte die Feiertage im Kreis meiner Familie mit einem traurigem Herzen.


FAZIT | Das Jahr 2019 war für mich von den krassesten Gegensätzen geprägt. Es gab Momente, in denen ich dachte »So, das war's, jetzt geht alles endgültig den Bach runter« und aber auch »Vielleicht wird jetzt endlich alles gut«. Ich habe gelernt, dass sich das Leben innerhalb weniger Sekunden um 180 Grad wenden kann- in beide Richtungen. Dass oft die schmerzhaften Entscheidungen die wichtigsten sind. Und dass man manchmal »Nein« zu etwas sagen muss, damit man andere nicht davon abhält, frei zu sein.

In diesem Sinne
Elisa

You May Also Like

0 Kommentare

Hi Du ❤
Ich freu mich über Deinen Kommentar.
Spam, Beleidigungen & (Eigen-)Werbung- darunter fallen Blogvorstellungen, Gewinnspiele und Anfragen zum Gegenseiten Folgen- werden aber gelöscht.
Also versuch es gar nicht erst ;)

Deinen Bloglink kannst Du aber natürlich dalassen- ich schaue gerne vorbei!

//]]>